Das Event findet an 4 Tagen statt. Die USA, Kanada und China bieten jeweils eine 25-minütige Feuerwerk-Show und am letzten Tag führen alle 3 Nationen ein gemeinsames Spektakel auf.
Letzten Mittwoch ging ich also zur ersten Darbietung (Kanada). Von meinem Labor wollte leider niemand mitkommen, also musste ich alleine zu English Bay pilgern. Nun ja, ganz alleine war ich nicht, denn 300.000 Leute hatten zufällig diesselbe Idee. Downtown Vancouver war wirklich gesteckt voll.
Das Feuerwerk an sich war ziemlich eindrucksvoll, allerdings vermisste ich die beim Tullner Feuerwerk üblichen gewaltigen Explosionen direkt über den Köpfen der Zuschauer. Ich vermute, dass das vielleicht in Kanada aus Sicherheitsgründen verboten ist, während sich bei uns der Holzschuh und der Stift Willi einfach nichts scheißen. Darüber hinaus war am Strand natürlich jeglicher Alkohol verboten, was in mir den gerechten Zorn hochsteigen ließ. Umso erstaunlicher, dass man dafür ständig den Geruch von Hashish in der Nase hat - so wie überall in Vancouver übrigens (gestern fuhr auf der Straße am helllichten Tag ein Mann in einem motorisierten Rollstuhl mit hoher Geschwindigkeit und einem durch den Fahrtwind hellrot glühenden Joint im Mund an mir vorbei...)
Das zweite Feuerwerk schaute ich mir von Kitsilano-Beach aus an. Ich wollte diesmal nicht alleine sein und machte mir mit Christian, einem Österreicher, der auch gerade in Vancouver in einem Labor arbeitet, einen Treffpunkt aus. Leider brachten wir es aus verschiedensten Gründen nicht fertig, uns im Chaos der Feuerwerks-Zuschauer zu finden, deshalb sprach ich kurzerhand eine hübsche Französin an, die auch, so wie ich, gerade auf jemanden zu warten schien. Ihre Freunde tauchten auch nicht auf, daher sahen wir uns gemeinsam das Lichtspektakel an. Als ihre Bekannten dann doch noch auftauchten, gingen wir gemeinsam in ein nettes Jazz Lokal fort und ich musste mich (wie so oft in den letzten Tagen) darüber ärgern, mein Französisch so unter die Hunde gehen lassen zu haben.
Viel zu früh für Freitag Nacht kam ich um 2 Uhr zu Hause an und schlug die Zeit mit dem Anschauen einiger "The X-Files"-Folgen tot. Und dann, als ich um 4 Uhr schlafen gehen wollte, ruft mich plötzlich Fabien an, ein französischer Mitbewohner, den ich erst am Tag davor kennengelernt habe, der aber schnell mein Party-Potential erkannt hat und daher wusste, dass ich selbst zu dieser Stunde noch für etwas Bier und Wein zu haben bin.
Mit dabei ein Kanadier japanischer Abstammung (der, wie ich erfuhr, auch bei mir im Haus wohnt, ich ihn aber noch nie gesehen hatte) und ein Franzose namens Luca, der wie ein Falke aussieht aber recht lustig ist. Nach diesem Anschlag kam ich schließlich um 8 Uhr früh ins Bett und wachte am Sonntag um 1900 am Abend auf. Soviel zu einem gut genutzten Wochenende.
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