Wie auch immer. Auf die Spitze des Grouse Mountain führen sowohl eine Seilbahn als auch der sogenannte "Grouse-Grind", eine Art Waldweg. "Grind" bedeutet in diesem Zusammenhang soviel wie "Schinderei", aber auch das österreichische "Schleifen" wie im Satz "Mein Ausbildner hat uns beim Bundesheer nur geschliffen!". Wie es zu diesem Namen kommt ist schnell erklärt: auf dieser extrem steilen Wanderroute legt der automasochistische Wandersmann auf nur 2.9 km Strecke 853 Höhenmeter zurück!

Nichtsahnend ließ ich mich von meinem Diplomarbeitsbetreuer Dieter am Montag, also am Tag nach meiner Ankunft, zu diesem körperlichen Overkill mitschleifen. Als ich erwähnte, dass ich aufgrund der heftigen Feierlichkeiten am Wochenende und des Jetlags nach 14 Stunden Flug wahrscheinlich nicht in bester Form sei, entgegnete er nur "So überwindet man den Jetlag eh am besten; gleich dem Körper zeigen, wann Tag und wann Nacht ist..."
Und natürlich wollte ich nicht gleich am ersten Tag schwindend geringe Ausdauer und mangelnden Ehrgeiz zeigen. Also erklomm ich fröhlich beschwingten Schritts die ersten Stufen. Nach einem Viertel des Weges war ich vollkommen außer Atem, nach der Hälfte deliriös und bei spätestens bei der Dreiviertelmarke war mein modisch übers Genick reichendes Haar triefnass vor Schweiß.

Am Gipfel angekommen erwartete ich eigentlich eine kleine Hütte mit exorbitanten Getränkepreisen und noch viel exorbitant unfreundlicherem Personal - wie in Österreich eben. Stattdessen empfing mich das "Peak Chalet" (Gipfelschloß), ein großes Gebäude mit Vergnügungspark-Flair, vollgestopft mit Restaurants und Bars.
Dort gab ich meinem ohnehin schon vom Sauerstoffmangel in die Knie gezwungenen Gehirn noch mit ein, zwei, drei Bier den Rest und schaute mir die hübschen Kellnerinnen an. Hinunter ging's zum Glück mit der Seilbahn.
Mittlerweile habe ich den Grouse-Grind ein zweites Mal bewältigt, diesmal ausgeruht, in gleichmäßigem Tempo und fast ohne Pausen. Oben angekommen bestellte ich gemeinsam mit Dieter, Jason (einem chinesischen Arbeitskollegen, den ich hier sicher bald mal vorstellen werde) eine Portion "Grouse Mountain Nachos", die wir jedoch nicht einmal zu dritt vollständig aufessen konnten. So bekam ich zumindest die unnötig verbrannten Kalorien wieder herein...
1 Kommentar:
ach der vali und das bier...
wer hätte jeh gedacht, dass er jehmals ein, zwei oder sogar drei solche genießen würde!?
oag schaust aus, hätt dich nicht wiedererkannt!!
viel glück bei deiner arbeit, und auf dass du nachher die fähigkeit besitzt deine schon in frühen kindesjahren begehrten mongolen zu züchten.
somit verabschiede ich mich mit einem elchschen brunftschrei, greezzz oli
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