Freitag, 15. August 2008

Achtung Falle

Hier in Kanada bekommt man, wie ich bereits in einem meiner früheren Posts erwähnt habe, keinen Alkohol im Supermarkt. Umso erfreuter ("erfreuter" - ein schöner Komparativ, nicht?) war ich, als sich mir in einem Geschäft hier in Vancouver folgendes Bild bot:



Beim genaueren Hinsehen überfiel mich jedoch das Grauen wie Russland Georgien: "Alcohol removed"! Ist das zu fassen? Solch leckere Etiketten und dann diese Schande?

Blume gesucht...

Mich würde sehr interessieren, wie die unten abgebildete Pflanze heißt. Sie scheint hier in Vancouver sehr beliebt zu sein; ich sehe sie überall in Vorgärten und Parkanlagen.

Würde mich sehr freuen, wenn mir die Botaniker unter euch weiterhelfen könnten...



Dienstag, 12. August 2008

Booze-Boat-Trip

Ich muss schon sagen: ich habe schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt wie letzten Sonntag! Andrea aus unserem fucking motel (siehe vorigen Beitrag) hat Fabien und mich zu einer Art Bootstour eingeladen, um dort ihren Geburtstag zu begießen.

Der Ausdruck "Bootstour" ist vielleicht irreführend. In Wahrheit handelte es sich um eine ziemlich große Party mit 3 Dancefloors, Electronic House Musik, jeder Menge Bier und leicht bekleideten Mädchen (weil es heiß war).

Die Fahrt dauerte 5 Stunden (von 1200 mittags bis 1700) und führte uns Richtung Westen, unter allen Brücken durch und raus aufs English Bay. Von der Landschaft und dem Ausblick bekam ich allerdings ziemlich wenig mit - ich tanzte auf wankendem Boden und genoss die ausgelassene Sommer-Stimmung in vollen Zügen.




Andrea













Nach der Bootstour verließ uns Andrea leider unerwartet, da ihr auf dem schaukelnden Schiff furchtbar schlecht geworden ist. Fabien und ich, mittlerweile schon ziemlich betrunken, machten uns verzweifelt auf die Suche nach einer Weiterführung der Party. Irgendwann sahen wir irgendwelche uns unbekannten Leute in ein Taxi einsteigen und sprangen einfach hinterher in das Fahrzeug. Fabien's charmantes, bruchstückhaftes Englisch ("Excuse me, we must carry on the party. Do you know where there is a party?") und unser offensichtlich fortgeschrittener Alkoholisierungsgrad überzeugten die unbekannten Fremden, uns kurzerhand zu einer Feier mitzuschleifen. Dort ging es munter weiter, es war noch immer hell und wunderbares Wetter.



Irgendwann realisierten wir, dass in Vancouver gerade "Gay Pride" stattfindet, also eine große Schwulen-& Lesbenparade im Stadtzentrum. Irgendwelche Leute (ich habe keine Ahnung mehr, wer das war) nahmen uns daraufhin in einen schwulen Nachtclub mit. Auf meine Frage, ob es denn dort auch Mädchen gäbe, wurde mir versichert, dass besagter Club (namens "Celebrity") üblicherweise auch von sehr vielen heterosexuellen Leuten frequentiert wird.

Wie man sieht wurden meine Fotomotive immer unkreativer:



Nach Hause ging's dann am Montag um 4 Uhr früh. Zum Glück war langes Wochenende und so konnte ich mich ausreichend vor der bevorstehenden Arbeitswoche erholen.

Samstag, 9. August 2008

The fucking motel

Ich denke es ist höchste Zeit, dass ich hier ein paar Bilder von dem Haus, in dem ich derzeit lebe, hochlade.



Das Haus befindet sich auf der 15th West Avenue, nicht weit von meinem Arbeitsplatz auf der 10th West Avenue entfernt. Angeblich leben 14 Leute (!) hier; daher dachte ich vor meinem Einzug, dass hier wohl jeden Abend einiges los sein wird. In Wahrheit sieht es jedoch so aus: ich habe bis zum heutigen Tag (lebe nun mehr als 2 Wochen hier) noch immer nicht alle Bewohner angetroffen und es herrscht in der Regel eine mysteriöse, bedrückende Totenstille - selbst an Wochenenden!

Auch die Küche, die, wie ich ursprünglich angenommen hatte, stets überlastet sein würde, steht die meiste Zeit leer.



Verständlicherweise überkam mich nach meinem Einzug eine schreckliche Einsamkeit. Glücklicherweise stellte sich jedoch bald heraus, dass hier durchaus partyfähige Leute wohnen:



Teresa (links) war die erste, die ich in diesem Haus kennen gelernt habe. Sie ist ziemlich süß und lustig.

Fabien (mitte) habe ich bereits erwähnt. Ein extrem witziger Typ, vor allem, weil er einen sehr starken französischen Akzent hat. Betrunken versteht man ihn fast überhaupt nicht mehr.

Stephanie (rechts) ist eine ziemlich sarkastische Schnitte. Beruflich lenkt sie Boote im English Bay. Freunde und Verwandte können gratis mitfahren - eine Gelegenheit, die ich sicher noch wahrnehmen werde.



Andrea ist professionelle Yoga-Lehrerin und eine unglaublich lebenslustige Person. Sie hat mich zu der Bootstour letzten Sonntag eingeladen (Bericht folgt) und wird morgen für uns alle Lasagne kochen.



Mike (mitte) kommt aus dem Lake District (Großbritannien) und spricht daher einen ziemlich amüsanten Dialekt. Seine Kochkünste hingegegen sind keineswegs britisch, denn er kocht hervorragend!

Ach ja, wie es zur Überschrift dieses Posts kommt: die Bezeichnung "fucking motel" für unser Domizil kommt von Fabien. Eines Nachts machte er mich (bereits ziemlich betrunken) darauf aufmerksam, dass unser Haus tatsächlich einige charakteristische Eigenschaften eines Motels aufweist: im Gang finden sich große leuchtende "Fluchtweg"-Schilder, es brennt dort Tag und Nacht das Licht, es gibt kein normales Telefon sondern nur einen Münzfernsprecher, an einer Wand hängt noch ein großes Regal, in dem wohl ursprünglich die Schlüssel zu den Zimmern aufbewahrt wurden und nicht zuletzt ist die gesamte Einrichtung wahnsinnig altmodisch. Ich denke, dies lässt sich am besten durch ein Bild unseres Wohnzimmers illustrieren:



...und das ist mein Zimmer:



Man beachte die kleine Waschmuschel in der Ecke und den vor allem in stilistischer Hinsicht hölzernen Wandverbau. Ein Gustostückchen ist auch die Licht-Leiste über dem Spiegel (mit rotem, strukturierten, Bunt-Plastik abgedeckt) - auch wenn das Licht nicht funktioniert.



Dies ist eine von drei Katzen, die hier angeblich auch wohnen. Ich weiß nicht, wie sie heißt, aber sie haart:

Dienstag, 5. August 2008

Dirty Laundry

Um das monatlich fällige Wäschewaschen für mich interessanter zu machen, habe ich heute in einem ausgezeichnet ausgestatteten Wein-Geschäft einen Gewürztraminer gekauft, der hervorragend zu meiner Tätigkeit passt.

Darüber hinaus findet sich auf dem rückseitigen Etikett ein überaus kurioser Text. Man würde annehmen, dass es bei dem Etikett einer Weinflasche nicht viel zu verstehen gibt, aber ehrlich gesagt kann ich nicht genau sagen, worum es im ersten Absatz geht.

Klickt auf die Bilder und seht es Euch selbst an. Freue mich über Kommentare aller Art...


Freitag, 1. August 2008

Pseudologia Fantastica

Ich habe bereits in einem meiner früheren Posts von "Wreck Beach" erzählt. Dort laufen die eigenartigsten Leute herum. Letztens setzte sich uneingeladen ein ca. 50-jähriger, nackter Mann neben mich. Er stellte sich als Terry vor und sagte, Wreck Beach sei sein "Terry-tory" :-)

Anfangs dachte ich, dass Terry einfach nur "etwas schrullig" (um ein beliebtes Vokabel meiner Mutter zu verwenden) sei, doch bald stellte sich heraus, dass es sich hier um einen tatsächlich Verrückten im medizinischen Sinne handelte. Es ist wohl am besten, wenn ich hier einfach einige Zitate anführe:


I have established the New Roman Empire here in Canada.

Back in 1990, they (keine Ahnung, wen er genau mit "they" meinte) asked me which man should be the next president of Russia, Gorbatschow or this Italian guy (???). I told them to vote for Gorbatschow, and that's how I saved the world from nuclear destruction.

I am the new Stalin.

...und im selben Atemzug:
I am the new Chrustschow of the New Magnificent Roman Empire!

I love everybody!

After they cut off your Austrian queen's head (die Rede ist von Marie Antoinette), Napoleon went out to conquer the world.


Irgendwann war es uns dann zu dumm und wir gingen nicht mehr auf die wilden Behauptungen des Irren ein. Wir verbrachten den restlichen Abend am Strand, plauderten mit Freunden, während der nackte Terry noch immer neben uns saß und uns mit einem wirren Wortschwall überschwemmte, oft mehrmals im Satz die Sprache wechselte und schließlich jegliche Syntax über Bord warf.

Als wir den Strand verließen, saß der gute Terry noch immer im Sand und plauderte unverblümt. Er sitzt wahrscheinlich immer noch dort.