Das Haus befindet sich auf der 15th West Avenue, nicht weit von meinem Arbeitsplatz auf der 10th West Avenue entfernt. Angeblich leben 14 Leute (!) hier; daher dachte ich vor meinem Einzug, dass hier wohl jeden Abend einiges los sein wird. In Wahrheit sieht es jedoch so aus: ich habe bis zum heutigen Tag (lebe nun mehr als 2 Wochen hier) noch immer nicht alle Bewohner angetroffen und es herrscht in der Regel eine mysteriöse, bedrückende Totenstille - selbst an Wochenenden!
Auch die Küche, die, wie ich ursprünglich angenommen hatte, stets überlastet sein würde, steht die meiste Zeit leer.
Verständlicherweise überkam mich nach meinem Einzug eine schreckliche Einsamkeit. Glücklicherweise stellte sich jedoch bald heraus, dass hier durchaus partyfähige Leute wohnen:

Teresa (links) war die erste, die ich in diesem Haus kennen gelernt habe. Sie ist ziemlich süß und lustig.
Fabien (mitte) habe ich bereits erwähnt. Ein extrem witziger Typ, vor allem, weil er einen sehr starken französischen Akzent hat. Betrunken versteht man ihn fast überhaupt nicht mehr.
Stephanie (rechts) ist eine ziemlich sarkastische Schnitte. Beruflich lenkt sie Boote im English Bay. Freunde und Verwandte können gratis mitfahren - eine Gelegenheit, die ich sicher noch wahrnehmen werde.
Andrea ist professionelle Yoga-Lehrerin und eine unglaublich lebenslustige Person. Sie hat mich zu der Bootstour letzten Sonntag eingeladen (Bericht folgt) und wird morgen für uns alle Lasagne kochen.

Mike (mitte) kommt aus dem Lake District (Großbritannien) und spricht daher einen ziemlich amüsanten Dialekt. Seine Kochkünste hingegegen sind keineswegs britisch, denn er kocht hervorragend!
Ach ja, wie es zur Überschrift dieses Posts kommt: die Bezeichnung "fucking motel" für unser Domizil kommt von Fabien. Eines Nachts machte er mich (bereits ziemlich betrunken) darauf aufmerksam, dass unser Haus tatsächlich einige charakteristische Eigenschaften eines Motels aufweist: im Gang finden sich große leuchtende "Fluchtweg"-Schilder, es brennt dort Tag und Nacht das Licht, es gibt kein normales Telefon sondern nur einen Münzfernsprecher, an einer Wand hängt noch ein großes Regal, in dem wohl ursprünglich die Schlüssel zu den Zimmern aufbewahrt wurden und nicht zuletzt ist die gesamte Einrichtung wahnsinnig altmodisch. Ich denke, dies lässt sich am besten durch ein Bild unseres Wohnzimmers illustrieren:
...und das ist mein Zimmer:
Man beachte die kleine Waschmuschel in der Ecke und den vor allem in stilistischer Hinsicht hölzernen Wandverbau. Ein Gustostückchen ist auch die Licht-Leiste über dem Spiegel (mit rotem, strukturierten, Bunt-Plastik abgedeckt) - auch wenn das Licht nicht funktioniert.
Dies ist eine von drei Katzen, die hier angeblich auch wohnen. Ich weiß nicht, wie sie heißt, aber sie haart:
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