Donnerstag, 25. September 2008

Obsessed with wine

Bemerkenswert: obwohl ich in meinem Blog und auch sonst andauernd über die hohen Preise für alkoholosche Getränke hier in Vancouver schmipfe, hat dieses Übel einen positiven Effekt, den ich erst mit der Zeit bemerkt habe: ich genieße mehr.

Da ich hier praktisch immer über 20 Dollar (=13 Euro) für eine Flasche Wein ausgeben muss, habe ich demenstsprechend hohe Erwartungen an das Produkt. Erwischt man einen Wein, der einem überhaupt nicht zusagt, ist der Zorn natürlich grenzenlos. Im positiven Fall hingegen ist man durch den hohen Preis, den man für den guten Tropfen bezahlt hat, bewegt, auch wirklich jeden Milliliter zu genießen und das Aroma richtig auszukosten.

Mitverantwortlich für diesen Effekt ist wahrscheinlich auch der in jedem Konsumenten inhärente Glaube, dass teure Güter auch hohe Qualität haben sollten - ein leicht erkennbarer Trugschluss, der sich jedoch hartnäckig in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat.

Übrigens: bei mir endet dieser "Zwang", den teuer erworbenen Wein auch tatsächlich zu 100% auszukosten, nicht mit dem letzten Tropfen. Bis jetzt habe ich jede Flasche Wein, die ich in meinem Zimmer getrunken habe, aufgehoben und quasi als Trophäe auf meinen Kasten gestellt. Sowohl als Dokumentation des Herstellers und der konsumierten Sorte als auch als Erinnerung an fröhliche Stunden mit Freunden.

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